Erfahrungen: Laufen als Betriebssport

Laufsport lässt sich ganzjährig und ohne besondere Anforderungen an die Umgebung betreiben. Er stellt für die Freunde anderer Sportarten immer eine Ergänzung dar und schließt niemanden aus. Eine gemeinsam bewältigte Strecke ist ein Erfolgserlebnis für alle, ohne dass es Gewinner und Verlierer gibt. Für den Erfolg lassen sich nach 15 Jahren Erfahrung drei Faktoren identifizieren:

  • Glaubwürdigkeit: Die Firma muss ihre Absichten deutlich machen und Taten folgen lassen. Führungskräfte sollten sich selbst am Sport beteiligen und bürokratische Hindernisse aus dem Weg räumen. Obwohl Laufsport wenig kostet, sind hochwertige (!) Gratis-Laufshirts oder das Sponsoring von Laufveranstaltungen ehrliche und wirkungsvolle Gesten. Ein Lauftreff muss mit hoher Zuverlässigkeit, pünktlich und bei jeder Witterung stattfinden. Auch wenn nur zwei Läufer am Treff erscheinen, wird die Strecke absolviert.
  • Freizeitcharakter: Laufsportprojekte sollten sich bewusst vom hierarchischen und leistungsorientierten Arbeitsalltag emanzipieren. Die Verbindung zum Unternehmen muss nicht dauernd betont werden. Ein Lauftreff funktioniert am besten ohne energisch auftretende Leitfiguren, obligatorische Trainingsprogramme und Anwesenheitslisten. Erstaunlich viele Mitarbeiter folgen dem Aufruf zu öffentlichen Team- oder Firmenläufen. Diese Großveranstaltungen gewinnen mit einem Party- und Showprogramm viel Anziehungskraft. Für Gelegenheitsläufer werden sie zum wichtigsten Trainingsziel des Sportjahres.
  • Privatsphäre: Es muss akzeptiert werden, dass viele Mitarbeiter individuelles Training oder andere Sportarten in der Freizeit bevorzugen. Eine Erfassung oder gar Zusammenführung dieser Aktivitäten sollte in keiner Weise angestrebt werden. Betriebssport ist kein Selbstzweck!

 

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