Zu wenig Wegweiser in der Heide?

Die Dresdner Heide wird seit der frühen Bronzezeit vom Menschen zur Jagd und zur Holzgewinnung genutzt. Uralte Wege haben sich bis heute erhalten.Der Geograph Matthias OederAFluegelvermerkt im Jahr 1589 ein sternförmiges Wegnetz mit dem „Dresdner Saugarten“ im Zentrum. Bereits im 13. Jahrhundert entstand ein Wegzeichensystem, dessen eigentümliche Symbolik vielen Wegen ihren volksetymologischen Namen gab, zum Beispiel Kannenhenkel, Ochsenkopf oder Alte Acht. Ehrenamtliche Kulturfreunde erhalten die Zeichen bis heute. Es sind rote Symbole auf weißem Grund, aufgemalt oder in das Baumholz geschnitten und für den aufmerksamen Wanderer allgegenwärtig.image015

 

image021Mit den historischen Wegzeichen konkurriert die moderne Wanderwegmarkierung. Ortsfremde Laufsportfreunde haben oft den Eindruck, diese sei vernachlässigt. Dem ist aber nicht so. Auch die touristischen Routen in der Heide sind sorgfältig markiert und effizient beschildert, allerdings mit Respekt vor den historischen Zeichen sehr dezent. Die vielen historischen Wege machen eine Heidewanderung zur Entdeckungsreise. Freizeitpark oder Freilichtmuseum? Im Zweifel muss der Denkmalschutz Vorfahrt vor reiner Landschaftsnutzung haben.

Links:
Forsthaus Baumwiese
Wikipedia-Artikel über die Dresdner Heide
Liste der Kulturdenkmale in der Dresdner Heide

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