Gesundheitsfalle Büro: Erhebt Euch!

Sitzbock in Goethes Gartenhaus, Weimar
Goethes Stehpult im Gartenhaus zu Weimar

Körperliche Arbeit ist auf dem Rückzug. Über 50 Prozent der in Deutschland Beschäftigten sitzen am Schreibtisch, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Das hat Folgen: schlaffe Muskulatur, verkrampfte Körperhaltung, Rückenschmerzen und der typische „Sitzbauch“, vor allem bei Älteren.

Zu den körperlichen Auswirkungen gesellen sich mentale, nämlich Trägheit und Bewegungsunlust. Die Lösung ist einfach und schwer zugleich, denn noch immer symbolisiert der schwere Bürosessel beruflichen Erfolg:

  • Sogenannte Gesundheitsfördermaßnahmen wie Rückenschule oder Pausengymnastik haben meist Kampagnencharakter. Für die Dauer liefern sie nicht genug Ausgleich in einem ansonsten bewegungsarmen Alltag. Zudem verstärken sie ein Mentalitätsproblem: für meine Gesundheit sind andere verantwortlich.
  • Ein auf Stehhöhe verstellbarer Schreibtisch gibt Ihnen die Kontrolle über Ihre natürlichen Bewegungsabläufe augenblicklich zurück. Im Stehen ändert sich die Körperhaltung automatisch mehrmals pro Minute, wobei die Muskulatur gestrafft und wechselnd beansprucht wird. Orthopäden halten es für optimal, mehrmals am Tag zwischen Sitz- und Stehposition zu wechseln. Ganz nebenbei steigt auch der tägliche Energieumsatz um rund 20 Prozent, was immerhin 45 Minuten Ausdauerlauf gleichkommt.schreibtisch
  • Kaum eine andere Gesundheitsinvestition (ca. 800,- Euro pro Arbeitsplatz) macht sich so schnell bezahlt. In vielen Fällen genügt es, die rückenbedingten Krankheitstage gegenzurechnen. Eine verbesserte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dürfte zusätzlich nach dem Geschmack des Arbeitgebers sein. Erfahrungsgemäß kommen Besprechungen an Stehtischen schneller auf den Punkt. Die Altvorderen wussten das alles noch. Goethe hat bis ins hohe Alter am Stehpult gearbeitet.

1 Kommentar

  1. Goethe hat bis ins hohe Alter am Stehpult gearbeitet – wirklich? 🙂
    Ja die Anschaffung eines ergonomisches Stuhls lohnt sich allemal. Schon der Auswahl einer Woche aufgrund von Rückenschmerzen übersteigt die Kosten für den Arbeitgeber. Daher sollte dieser ebenfalls ein großes Interesse an einer Anschaffung haben, besonders wenn Mitarbeiter explizit danach fragen.

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