Laufen und dabei 1000 Euro sparen

Endlich mit dem Laufen anzufangen, dass scheitert oft an komplexen Vorüberlegungen und Ausrüstungsfragen. Hier ein paar Dinge, auf die Sie gut verzichten können:

Neue Laufschuhe

Würde die gesamte Laufschuhproduktion wirklich zum Lauftraining verwendet, gäbe es draußen lebensgefährliches Gedränge. Ihnen wird vielmehr ein Lifestyleprodukt aufgeschwatzt. Geht es nach dem Verkäufer, betreiben Sie Raubbau an Ihrer Gesundheit, wenn Sie nicht die 200 Euro in das Spitzenmodell investieren. Dabei ist der Nutzen von Dämpfungssystemen und Pronationsstützen wissenschaftlich höchst umstritten. Der Gegentrend heißt natural running, puristische Leichtschuhe, die den Fuß lediglich vor äußeren Verletzungen schützen sollen. Den Rest erledigt ein biomechanisches System, dessen Funktion durch hunderttausende von Jahren Evolution optimiert worden ist. Laufschuhe müssen bequem sein und passen, Punkt. Fast jeder hat bereits solche im Regal, wozu also neue? Ersparnis: 150 Euro.

Pulsuhr

Teure Pulsuhren zeichnen, ebenso wie Fitness-Apps auf Smartphones, Herzfrequenz, GPS-Tracks und Höhenmeter auf. Die Daten kann man dann zu Diagrammen verknüpfen. Man muss aber nicht. Der Körper signalisiert auch so, ob er über- oder unterfordert ist. Erfahrene Läufer hören in sich hinein und passen ihre Belastung entsprechend an. Streckenlängen können sie sehr präzise schätzen. Laufen kann ein entspannendes Naturerlebnis sein. Wer sich technikabhängig macht, ständig auf Leistungsdaten schielt und permanente Selbstoptimierung betreibt, wird sich kaum erholen. Wer einfach laufen will, ohne daraus ein wissenschaftliches Projekt zu machen, kann auf die Fitness-Tracker aller Art gut verzichten. Ersparnis: 300 Euro.

Laufbekleidung

Jeder hat eine kurze Hose und ein T-Shirt im Schrank. Damit ist er für die ersten Laufversuche bei mildem Wetter bestens gerüstet. Wer intensiver läuft, will sicher auf die Dauer keine Baumwolle tragen. Auch Funktionskleidung aus Polyestergewebe kostet im Onlinehandel wenig, wenn man nicht gerade auf teure Markenprodukte aus ist. Geradezu abenteuerliche Preise werden im Spezialgeschäft für Läuferbedarf aufgerufen. Sieht schick aus, kann man kaufen, aber wirklich brauchen tut man das als Gelegenheitsläufer nicht. Ersparnis: 200 Euro.

Laufkurse

Laufen ist als älteste und natürlichste Fortbewegungsart des Menschen in unser Erbgut eingeschrieben. Jeder Gesunde kann laufen. Es sagt viel über den Zustand der Zivilisation aus, wenn dazu Kurse angeboten werden müssen. Die Anbieter geben sich allwissend in Sachen Ernährung, Trainingsrhythmus und Laufstil. Oft ignorieren sie die Realität, indem sich alles dem Sport unterzuordnen hat. Dabei kostet es beruflich aktive Menschen schon genug Mühe, regelmäßig ein paar Läufe in das Alltagsleben einzubauen. Es ist kaum etwas so widersprüchlich wie die Ratgeberszene im Sport. Wenn es um Trainingspläne oder Diäten geht, prallen extreme Meinungen aufeinander. Da halten wir uns raus und laufen einfach los. Ersparnis: 350 Euro.

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